Organisation

Wie etwas organisiert wird, um erfolgreich zu funktionieren

Definition

Formales Regelwerk eines arbeitsteiligen Systems

Die Struktur einer Organisation richtet sich nach den Anforderungen an die Arbeitsteilung im Unternehmen. Sie orientiert sich folglich an der Vision, Mission und Strategie des Unternehmens und sollte sich dynamisch mit dem Unternehmen und seiner Ausrichtung weiter entwickeln. Für junge Unternehmen, Spin-offs, Start-ups oder die Initiierung neuer Geschäftsfelder sollte die Bildung einer Organisation ein konsequenter und nachvollziehbarer Prozess sein. In etablierten Unternehmen ist die Organisationsstruktur häufig über Jahre „geschliffen und ausgefeilt“ und wird fälschlicher Weise oftmals als „Skelett“ des Unternehmens wahrgenommen. Die erforderliche Dynamik im Wandel der Organisation leidet dann oftmals unter einem ausgeprägten Selbsterhaltungstrieb, den sich Organisationen im Laufe der Zeit aneignen. „Enteilt“ die Unternehmens-entwicklung der Organisationstruktur, werden  Organisationsanpassungen oder Reorganisationen als „schmerzhaft“ empfunden und tragen den Charakter eines Change-Prozesses.

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Unternehmen, die in Märkten mit weitgehend standardisierten Anforderungen arbeiten und geprägt sind durch sich häufig wiederholende Prozesse oder Prozessschritte, sind in der Regel erfolgreich mit einer festen Struktur und Hierarchie. Organisationsanpassungen können dynamisch „im“ Unternehmen unter Einsatz vorhandener Fachfunktionen mittels Projekten in der Organisation initiiert und umgesetzt werden. Entscheidend hierbei ist die Vollmacht der Handelnden, d.h. in der Regel sind Inhaber, Geschäftsführer oder (Geschäfts)Bereichsleiter in der Verantwortung.

dialogFür Unternehmen in Märkten mit hohem Innovationsdruck, komplexen und fachübergreifenden Prozessen oder mehreren existentiell bedeutenden Einflussfaktoren für das Geschäftsmodell, wird die dauerhafte Arbeit in einer flachen Hierarchie mit Team-Strukturen notwendig. Die Funktion in der Hierarchie orientiert sich am Rollenverständnis des „Auftraggebers“, die Mitarbeiter agieren unternehmerisch motiviert, weitgehend autark und auftragsorientiert. Vorausgesetzt für diese Arbeitsform ist eine funktionierende Feedback-Kultur mit klar geregelten Verantwortlichkeiten, eine ausgeprägtes Leadership-Verständnis und eine klare Commitment-Kultur.

Die Unterscheidung von Team-Strukturen und Projekten in der Organisation ist sinnvoll, da der Zielsetzung bzw. Auftragslage und der Rolle in der Organisation eine andere Intention zugrunde liegt.  Entsprechend der Intention wird ein anderes Selbstverständnis der Zusammenarbeit benötigt und die Anforderungen an die Qualifikation von Personen stellt sich anders dar. Details hierzu befinden sich auf den Seiten „Team-Strukturen“ und „Projekte in der Organisation„.

Das aktuelle Thema „Digitalisierung 4.0“ (oder auch „Industrie 4.0“) sei an dieser Stelle ebenfalls erwähnt, da es indirekt auch die Organisation von Unternehmen betrifft. Ein „Megatrend“, der vordergründig durch die IT initiiert wurde, erweist sich in der Konsequenz als Auslöser für einen unternehmerischen Wandel, der bis tief in die Prozesse von Unternehmen hinein wirkt, und somit Anpassungen in der Organisation sowie kulturelle Veränderungen im Unternehmen zur Folge hat. Es handelt sich zwar um einen Übergang fester hierarchischer Strukturen hin zu einer flachen Hierarchie mit Team-Strukturen, da aber nicht nur die Organisation betroffen ist, spricht man inzwischen auch von „Unternehmen 4.0“, um das Phänomen ganzheitlich zu beschreiben.